Grundinstallation Raspberry Pi

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Als Basis für weitere Vorhaben installieren wir auf dem Raspberry Pi das Betriebssystem und konfigurieren die wichtigsten Dinge.

Du benötigst

  • Raspberry Pi (wir verwenden die Version 3, andere gehen analog dazu aber auch)
  • USB-Netzteil mit mind. 2 A
  • SD-Karte

Installation ohne Monitor

Ich selber nutze alle meine Raspberry Pi ohne graphische Oberfläche. Ich greife immer per SSH auf sie zu. So sparen wir Performance und Speicher für die Oberfläche und brauchen keinen Umschalter (KVM-Switch) für Maus, Tastatur und Monitor.

Selbst bei der Installation finde ich es lästig, Monitor, Maus und Tastatur anzuschließen. Wir werden den Pi so installieren, dass das nicht erforderlich ist. Dazu konfigurieren wir das Betriebssystem auf der SD-Karte so, dass der Pi direkt über SSH erreichbar ist. Zudem  konfigurieren wir WLAN, damit noch nicht einmal das LAN-Kabel angeschlossen werden muss. Wir müssen dann nur Strom anschließen. Falls der Pi wider Erwarten nach seinem ersten Booten nicht per SSH erreichbar ist, müssen wir wohl oder übel doch vorübergehend für die Fehlersuche Monitor und USB-Tastatur anschließen.

Image Aufspielen

Es gibt viele verschiedene Betriebssysteme für den Raspberry Pi. Das beliebteste ist das offizielle Raspbian. Hier ist die Community am größten, so dass es sehr stabil ist und sich im Internet zu diversen Problemen Hilfen finden lassen. Rasbian gibt es in mehreren Varianten. Wir nehmen die Version ohne graphische Oberfläche; also nicht die Desktop-, sondern die Lite-Variante. Einerseits schließen wir sowieso keinen Monitor an den Pi an. Andererseits soll der Pi ohne unnötigen Balast schnell und Energiesparend laufen. Umso weniger wir installieren, desto kleiner werden die Backups.

Zuerst von https://www.raspberrypi.org/downloads/raspbian/ die Lite Version downloaden. Stand April 2019 ist es „Raspbian Stretch Lite“ (Minimal image based on Debian Stretch). Dazu auf „Download ZIP“ klicken, denn ich habe keinen Torrent-Client laufen.

Das Image spielen wir mit dem zusätzlichen Tool Etcher auf die SD-Karte. Das Tool gibt es ebenfalls kostenlos unter https://www.balena.io/etcher/

Die Bedienung ist selbsterklärend. Die SD-Karte jedoch noch nicht in den Pi einstecken, weil wir vorher noch SSH und WLAN konfigurieren.

WLAN und SSH vorkonfigurieren

Damit der Pi direkt über WLAN erreichbar ist und wir vorerst auch kein LAN-Kabel anstecken müssen, konfigurieren wir WLAN sowie den SSH-Daemon.

Ich nutze dafür einen Mac. Die SD-Karte in den Mac einstecken und auf der Boot-Partition der SD-Karte eine leere Datei „ssh“ erstellen.

~$ cd /Volumes/boot/
/Volumes/boot$ touch ssh

Nun ebenfalls auf der SD-Karte die Datei wpa_supplicant.conf erstellen und dort die individuellen WLAN-Daten konfigurieren.

/Volumes/boot$ vi wpa_supplicant.conf

network={
       ssid="test"
       psk="1234567890123456"
       key_mgmt=WPA-PSK
}

ssid ist der Name des WLAN-Netzwerkes. Test muss hier durch den Namen deines WLAN-Netzwerkes ausgetauscht werden. Das WLAN-Kennwort wird bei psk eingetragen.

Nun das Image aus dem Mac auswerfen, in den Pi einlegen, Strom anstecken, booten und dann mit ssh verbinden.

$ ssh pi@192.168.0.111

Die IP-Adresse ist bei dir sicherlich anders. Die kann man beispielsweise über den WLAN-Rooter in Erfahrung bringen.

Anstatt ssh kann man unter Windows das kostenlose Tool „Putty“ verwenden.

Das voreingestellt Kennwort lautet: „raspberry“ und wird gleich noch geändert.

Wenn Probleme auftreten, musst du dann wohl doch USB-Tastatur und Monitor an den Pi anschließen.

Grundkonfiguration mit raspi-config

~ $ sudo raspi-config

Über die diversen Menüpunkte folgendes erledigen:

  • Update Tool
  • Passwort ändern (kann auch mit dem Befehl passwd geändert werden)
  • Hostname ändern
  • Locale: de_DE.UTF-8 UTF-8
  • Default Locale: en_GB.UTF-8
  • Expand Filesystem

Danach den Pi neu starten:

~ $ sudo reboot

Die Software auf dem Pi auf den aktuellen Stand bringen:

~ $ sudo apt-get update
~ $ sudo apt-get upgrade

 

1 Gedanke zu „Grundinstallation Raspberry Pi“

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